





Seit Anfang 2024 widme ich mich in unregelmäßigen Abständen dem Linolschnitt – einer Technik, die mich durch ihre Kombination aus Handarbeit und Präzision fasziniert. Als Vorarbeit erstelle ich meist Collagen aus Texten, Papieren und Fotos – oft stammen diese aus alten Fotoalben fremder Menschen, die ich auf Flohmärkten gefunden habe. Ich setze diese Fragmente bewusst ins Hier und Jetzt, um zu zeigen, dass manche Empfindungen zeitlos sind. Eine besondere Herausforderung und zugleich essenzieller Bestandteil meiner Arbeit ist der Einsatz von Text: Ich schabe ihn spiegelverkehrt in die Linolplatte, sodass er beim Druck wieder lesbar wird – ein mühevoller Prozess, der mir aber sehr am Herzen liegt. Die Linolschnitte sind überwiegend einfarbig in Schwarz gehalten und zeichnen sich durch ihre Detailgenauigkeit aus. Durch die handwerkliche Arbeitsweise wird jeder Druckabzug zum Unikat, das die Spuren des Entstehungsprozesses sichtbar trägt. Meine unangefochtene Inspiration sind die Holzschnitte von Käthe Kollwitz und Edvard Munch – ganz ohne Illusionen, dass meine ersten Schritte im Linolschnitt sich auch nur annähernd mit ihrem Können messen könnten. Abgeschlossene Serien sind noch nicht entstanden und somit bleibt der Linolschnitt für mich vorerst ein offener Raum für Erkundungen und spielerische Experimente mit Technik, Material und Bildsprache.