




Die Serie „Grenzgänger“ zeigt in feinster Schwarz-Weiß-Zeichnung mit Fineliner Pflanzen, die sich ihren Weg durch Zäune, Mauern oder zwischen Steinen bahnen – mit Ausnahme eines kleinen Handschuhs, der auch mal versucht, über den Zaun zu klettern und beweist, dass nicht nur die Natur Grenzen überschreitet. Jedes Bild beginnt mit einem Stadtrundgang, bei dem ich Momente festhalte, in denen das Wuchern und Überwinden von Grenzen sichtbar wird. Aus den Fotografien extrahiere ich die wesentlichen Formen, um die stille Kraft des Durchbrechens zu zeigen. Diese Pflanzen (und gelegentlichen Handschuhe) sind Metaphern für Resilienz, Ausdauer und den Mut, sich Raum zu nehmen, auch wenn es schwierig erscheint. Sie sind stille Grenzgänger:innen, die uns daran erinnern, dass Wachstum oft dort passiert, wo man es am wenigsten erwartet. Obwohl die Motive die ungezügelte Kraft der Natur – und manchmal auch unbeweglicher Alltagsgegenstände – zeigen, übersetze ich sie in einen sehr kontrollierten, präzisen Zeichenstil. Dieses Spannungsverhältnis ist ein Balanceakt zwischen der Freiheit des Wucherns und der menschlichen Ordnung, die versucht, dem Chaos eine Form zu geben. Intuition führt mich zu den Motiven, das Konzept entsteht meist erst nachträglich. So wird „Grenzgänger“ zu einer Einladung, eigene Grenzen zu hinterfragen – und vielleicht auch mal zu erkennen, dass selbst ein Handschuh gelegentlich ein bisschen Abenteuerlust hat. Nicht ausgeschlossen ist, dass ich die Arbeit zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehme. Alle hier gezeigten Zeichnungen befinden sich in einer privaten Sammlung in München.